Es bleibt spannend

Der sechste Spieltag führte unsere zweite Mannschaft zur Zweiten von Zeulenroda.
Aufgrund eines kurzfristigen Ausfalls von Julian waren wir bereits geschwächt, als wir um halb 9 am Spielort ankamen.

Für Denny endete der Spieltag bereits mit dem ersten Zug, da unsere Gegner das Brett 7 freiließen. Bitter, denn er hatte sich den Tag extra „freigekämpft“. An Brett 8 gab Emanuel sein Debüt für unsere zweite Mannschaft. Bei entgegengesetzten Rochaden griffen beide Seiten die gegnerische Königsstellung an. Emanuel unterschätzte dabei die Verteidigungsressourcen des Weißen und die Schwäche seines eigenen Königs. Als sich der Rauch verzogen hatte, tauschten sich die Damen vom Brett und Emanuel musste mit einem Turm weniger bald aufgeben.

An Brett 5 spielte Anton eine solide Partie. Die Figuren wurden getauscht und in einer optisch ausgeglichenen Stellung einigten sich beide Kontrahenten schnell auf die Punkteteilung. Anders an Brett 6 bei Luca, der starken Kampfgeist zeigte. Besser aus der Eröffnung gekommen, übersah er einen Spieß, welcher zum Verlust der Qualität führte. Luca spielte jedoch mutig weiter, aktivierte seine Läufer und nutzte nach dem Damentausch im richtigen Moment eine Unachtsamkeit seines Gegners, um sich die Qualität zurückzuholen. Das gewonnene Endspiel verwertete er souverän.

Beim Stand von 2½:1½ für uns nahm nun das Elend in der vorderen Mannschaftshälfte seinen Lauf. An Brett 4 waren für Wolfram alle drei Ergebnisse möglich. Er übersah jedoch ein Detail, was mit Figurenverlust bestraft wurde. Die erste bittere Niederlage an diesem Tage. An Brett 2 spielte Robert eine wechselhafte Partie. Schon früh tauschten sich die Damen. Robert überließ seinem Gegner einen Mehrbauern, der jedoch aufgrund der passiven weißen Figuren keine Rolle spielte. Nach der Aktivierung des Läuferpaares wurde die schwarze Stellung immer besser, doch Robert wollte es zu genau machen und vergaß den materiellen Lohn für sein aktives Spiel einzustreichen. So schloss sich die Stellung wieder und ein schwarzer Läufer und ein weißer Springer verließen das Brett. Danach mussten wir mit der Punkteteilung zufrieden sein.

Fast zeitgleich ging am Spitzenbrett die Partie zu Ende. Jojo stand aus der Eröffnung heraus früh unter Druck. Nach einem unvorsichtigen Bauernvorstoß drang ein schwarzer Springer in die weiße Stellung ein und paralysierte diese völlig. Jojo versuchte sich noch in einem Königsangriff, aber diese Stellung war nicht zu halten. Martin fiel am 3. Brett beim Stand von 3:4 nun die undankbare Aufgabe zu, den Mannschaftspunkt zu retten. Undankbar deshalb, weil sich in einer geschlossenen Stellung alle Leichtfiguren getauscht hatten und nur die Schwerfiguren auf dem Schlachtfeld verblieben waren. Martin versuchte die Damen auf dem Brett zu halten und bemerkte nicht, dass seine Majestät gefangen werden konnte. Damit war die 3:5-Niederlage besiegelt.

Die Bezirksliga Ost bleibt außergewöhnlich spannend in dieser Spielzeit. Noch sage und schreibe sieben Mannschaften bewerben sich um den Aufstiegsplatz in die Landesklasse!

3. Februar 2026

Spitzenduell in Zeulenroda

Am gestrigen Sonntag fuhr die dritte Mannschaft zum Auswärtsspiel nach Zeulenroda. Dass sie dies nach dem überraschend guten Saisonverlauf als Tabellenführer tun würde, hat wohl vorher kaum jemand auf dem Zettel gehabt. Da auch Zeulenroda in den ersten fünf Runden viele Punkte gesammelt hat, bedeudete das Zusammentreffen das Spitzenduell in der Bezirksklasse zu werden.

Wie im letzten Jahr wurde im gemütlichen Vereinszimmer an der Turnhalle in der Engels-Straße gespielt. Umgeben von reichlich Schachliteratur, Fotos der älteren und neueren Zeulenrodaer Vereinsgeschichte und nicht zuletzt einem Schachbrett mit Unterschriften der halben Weltspitze ging es in die Partien.

Für uns überraschend trat Zeulenroda gar nicht mit Ambitionen an, die Tabellenspitze zu erobern, und hatte somit die hinteren Bretter nicht weiter verstärkt. Schnell legte somit auch Honza am Brett 6 vor, als er kleine Fehler der Gegnerin in der Eröffnung nach und nach ausnutzte und schließlich Material und die Partie gewann. Auch Alex, zurückgekehrt in Mannschaft 3, hatte von Anfang an die Initiative. Nach einem taktischen Durchbruch mit einem starken Freibauern steuerte er bald den zweiten Punkt bei. Beim Stand von 2:0 lehnte Maria eine Remisofferte am zweiten Brett mit einem taktischen Manöver ab, das ihr einen Bauern mehr einbrachte. Die entstandene Stellung spielte sie souverän und unterband die letzten Gegenchancen, indem sie kurzerhand einen gegnerischen Turm in ihrem Lager einfing. Kurze Zeit darauf führten wir also in der Höhe überraschend mit 3:0.

Damit lies es sich in den restlichen Partien enstpannter spielen. Ratio hatte eine komplizierte Stellung, die womöglich einige Gewinnchancen bot. Allerdings konnte er mit knapperer Zeit nicht alle Varianten gänzlich bewerten und spielte somit vermutlich etwas zu vorsichtig. Emil hatte ein ausgeglichenes Endspiel, das nach einem unerwarteten Figurenopfer des Gegners zu Materialungleichgewicht und zu stark wirkenden Freibauern führte. Allerdings kippte die Stellung damit wohl, nüchtern betrachtet, eher zu Emils Gunsten. Ludwig hingegen blieb wie immer in seinen Partien hoch konzentriert und in seiner Stellung versunken. Er setzte seine starke Saisonleistung auch in dieser Partie fort und führte beginnend aus einem Bauerngewinn einen Angriff auf den gegnerischen König aus.

Emil war es nun, der schließlich den Mannschaftssieg fest machte, als er sich mit seinem Gegner auf Remis verständigte. Ob sogar ein ganzer Punkt möglich war, interessierte bei diesem Mannschaftsstand niemanden. Die weiter für Ungläubigkeit sorgende Tabellensituation stand viel eher im Mittelpunkt. Bei Ratio verflachte bald die Stellung, nachdem sich mehrere Figuren in einer Folge abtauschten. Hier wollte nun niemand mehr auf Gewinn spielen. Spielstand 4:1.

Nachdem nun noch Ludwig seinen Mattangriff erfolgreich beendete, stand schließlich ein deutliches 5:1 auf dem Spielberichtsbogen. In der Höhe ganz klar unerwartet.

Ein großer Dank geht an die Gastgeber, die die Niederlage äußerst souverän aufnahmen und uns nur das beste wünschten.

2. Februar 2026

Überraschungsauftritt in Pößneck

Was soll man sagen? Auch am 5. Spieltag konnte unsere dritte Vertretung glänzen. Während Elmir und Maria diesmal über Niederlagen gegen erfahrene Kontrahenten quittieren mussten, steuerten Ludwig, Lara sowie Otto bei seinem Debüt volle Brettpunkte bei. Vergoldet wurde der Überraschungsauftritt durch ein starkes Remis von Ratio am Spitzenbrett, das er sich, obwohl angeschlagen, mit fünf Stunden Kampf redlich verdiente.

Unterm Strich steht ein knapper Sieg im Spitzenspiel gegen den 1. SV Pößneck. Wer die Tabelle sieht, wird sich die Augen reiben!

12. Januar 2026

Unentschieden bei freundlichen Gastgebern

Das neue Jahr führte unsere Zweite in die winterliche Idylle nach Meuselwitz. Auf engem Raum entwickelten sich bald auch enge Begegnungen.

An Brett 8 gab Alexander sein Saisondebüt für die zweite Mannschaft. Bei entgegengesetzten Rochaden verteidigte er sich zäh gegen die weiße Attacke am Königsflügel und bestrafte im richtigen Moment einen Einsteller seiner Kontrahentin. Die Stellung mit Mehrfigur wurde von ihm souverän zum vollen Punkt verwertet. Eine bittere Lektion musste Anton an Brett 5 einstecken. Er schlug insgesamt vier Remisangebote seines Gegners aus. Die Abwicklungen in ein Endspiel mit jeweils einem Turm und Läufer gegen Springer sahen zunächst vielversprechend für ihn aus. Der gebildete entfernte Freibauer versprach zumindest leichten Vorteil. In einer Abwicklung übersah Anton aber ein Zwischenschach, wonach der Läufer verloren ging und der schwarze Springer schnell genug den Bauern aufhalten konnte. Das war der erste Punktverlust für unsere Farben.

An Brett 7 gab Emil sein Debüt für unsere Zweite. Er erspielte sich aus der Eröffnung Vorteile, drang auf die siebte Reihe ein und stand aufgrund seiner aktiveren Figuren wohl lange auf Gewinn. Er biss sich an der zähen Verteidigung seiner Kontrahentin allerdings die Zähne aus. Durch den Abtausch vieler Figuren verflachte die Partie trotz zweier Mehrbauern immer weiter. Im nun entstandenen Doppelturmendspiel wurde der weiße Materialvorteil durch aktive schwarze Türme egalisiert. In Zeitnot bot Emil Remis, sodass am Ende leider nur der halbe Punkt heraussprang.

Einen schweren Stand hatte Wolfram mit den schwarzen Steinen an Brett 4. In einer taktisch geprägten Partie war man zunächst in ein optisch ausgeglichenes Endspiel gelangt. Weiß baute hier seinen Vorteil immer weiter aus, bis die Stellung aufgrund mehrerer Minusbauern nicht mehr zu halten war. Julian hingegen spielte an Brett 1 eine starke Partie. Er übte nach einer Ungenauigkeit seines Kontrahenten Druck auf die gegnerische Stellung aus. Im richtigen Moment drang er mit seiner Dame in die gegnerische Stellung ein. Die überlegene Position seiner Figuren sowie der nun sehr verwundbare schwarze König zwangen seinen erfahrenen Kontrahenten schließlich zur Aufgabe.

An Brett 2 wiederum erwischte Robert nicht seinen besten Tag. Im beginnenden Mittelspiel hatte er Glück, dass ein fataler Einsteller unbestraft blieb. In der Partie waren zügig Figuren getauscht worden, die Stellung war wohl ausgeglichen. Weiß lehnte allerdings die Remisofferte und den Damentausch ab und versuchte sein Glück im Weiterspielen. Nachdem ein schwarzer Bauer verloren gegangen war, versuchte Robert die Stellung weiter zu halten, überschritt aber vollkommen unnötig die Zeit. Wenn auch objektiv verloren, so hätte man doch noch weiterspielen können. Der dritte unnötige Punktverlust an diesem Tag. Wenige Augenblicke später ging auch an Brett 3 die Partie durch Zeitüberschreitung zu Ende. Martin hatte hier eine insgesamt starke Vorstellung abgeliefert. Er übte Druck auf die gegnerische Stellung aus und gewann schließlich einen Bauern. Sein Gegner überschritt in jenem Moment die Zeit, wo die Stellung für Weiß nach ersten Analysen wohl nicht mehr gewonnen war.

Beim Stand von 3½:3½ musste Brett 6 die Entscheidung über den Mannschaftskampf bringen. Hier spielte Luca die längste und auch strategisch interessanteste Partie. Weiß hatte sich mit dem Läuferpaar einen positionellen Vorteil gesichert und diesen schließlich in einen soliden Mehrbauern umgewandelt. In dem nun entstandenen Turmendspiel mit ungleichfarbigen Läufern tauschte Weiß die Türme und versuchte mit seiner Bauernmajorität am Königsflügel durchzubrechen. Luca fand aber trotz geringerer Bedenkzeit die richtige Verteidigungsidee. Er gab seinen Läufer für einen Bauern und griff die schwachen weißen Fußsoldaten am Damenflügel an. Dies hätte beinahe noch zu einem Sieg für die schwarze Seite durch einen Bauerndurchbruch geführt. Das Remis, das einige Züge später auf dem Brett stand, war aber wohl das leistungsgerechte Ergebnis.

Mit diesem 4:4 bei sehr freundlichen Gastgebern, bei dem weniger, aber auch mehr möglich gewesen wäre, behaupten wir die Tabellenführung.

11. Januar 2026

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